1. September 2022

Das Nothing Phone im sparstrom-Test

Wir haben das Nothing Phone getestet und geben euch einen Überblick, was das Smartphone kann und ob es dem Hype gerecht wird.

Frau sitzt auf dem Sofa und hält das Nothing Phone in der Hand

Ein Beitrag von

Sabrina

Autorin Sabrina

Auf kaum eine Neuvorstellung waren wir in diesem Jahr so gespannt wie auf das Nothing Phone (1). Und es ging nicht nur uns so – viele Tech-Magazine und Insider aus der Branche konnten ebenfalls kaum erwarten, das innovative Smartphone des Startups Nothing endlich in den Händen zu halten.

Kein Geringerer als Carl Pei steckt hinter dem 2020 gegründeten Londoner Tech-Unternehmen Nothing. Pei war auch an der Gründung von OnePlus beteiligt und hat den Smartphone-Markt schon in den vergangenen Jahren kräftig aufgewirbelt. Dementsprechend groß waren die Erwartungen an das Nothing Phone (1).

Wir haben das neue Smartphone für euch getestet. Wie ist unser erster Eindruck? Was kann die Kamera? Wie gut ist die Technik im Nothing Phone (1)? Das und mehr beantworten wir euch in den folgenden Abschnitten.

Unser erster Eindruck

Schon als wir das Nothing Phone bestellt haben, haben wir uns total darauf gefreut, das neue Smartphone endlich in den Händen zu halten. An einem schönen Donnerstagnachmittag war es dann endlich soweit – das heißersehnte Paket wurde von einem freundlichen DHL-Boten in unser Büro geliefert. Natürlich haben wir direkt ein Unboxing-Video gefilmt, das könnt ihr euch auf unserem Instagram-Account in den Story Highlights ansehen.

Das Smartphone wurde in einer Papier-Verpackung geliefert und war zusätzlich noch in eine Folie gewickelt, um es vor Kratzern und anderen äußeren Einflüssen zu schützen. Insgesamt hat die Verpackung hochwertig gewirkt und das Gerät wurde gut vor Transportschäden geschützt. Einen Pain Point hatten wir aber an dieser Stelle: Die Papier-Verpackung ließ sich nur seitlich aufmachen und dann mussten wir das Smartphone etwas umständlich aus einer Öffnung am schmalen Seitenende herausziehen. Das Zubehör war in einer weiteren Öffnung am Seitenende untergebracht, auch das ließ sich nur langsam aus der Verpackung herausziehen. Wir haben leider recht lange gebraucht, um das Handy auszupacken, das Unboxing ist auf jeden Fall nichts für Leute ohne Geduld. Andere Smartphone-Verpackungen sind im Vergleich deutlich unkomplizierter.

Doch dieser kleine Dämpfer war schnell vergessen, als wir das Nothing Phone (1) in den Händen halten konnten. Sofort aufgefallen ist uns die gute Verarbeitung des Gerätes. Der mattschwarze Rahmen aus 100% recyceltem Aluminium und die Vorder- und Rückseite aus Gorilla Glass 5 wirken super hochwertig, besonders für ein Mittelklasse-Smartphone. Auch das durchsichtige Design auf der Rückseite hat uns sofort angesprochen.

Die Optik des Nothing Phone (1) erinnert uns stark an das iPhone, auch das Kameramodul auf der Rückseite hat große Ähnlichkeit mit den beliebten Apple-Smartphones. Anders als bei iPhones besitzt das Nothing Phone aber ein Punch-Hole am oberen linken Rand des Displays. Außerdem läuft das Nothing Phone auf dem Betriebssystem Android, aber dazu später mehr.

Mit 194 Gramm Gewicht bei einer Größe von 6,55 Zoll ist das Smartphone etwas schwerer als vergleichbare Modelle, es liegt jedoch sehr gut in der Hand.

Im Lieferumfang enthalten sind ein USB-C Ladekabel, ein SIM-Kartenfachöffner und die Sicherheitsinformations- und Garantiebescheinigung. Ein Netzteil sucht man vergeblich, doch das ist mittlerweile üblich für viele neue Smartphones. Hier unterscheidet sich Nothing also nicht von anderen beliebten Marken wie Apple oder Samsung.

Das Design des Nothing Phone

Ein Smartphone muss auf jeden Fall gut aussehen, da sind wir uns im sparstrom Team einig. Und genau hier des Nothing Phone (1). Wie bereits erwähnt, überzeugt uns die hochwertige Verarbeitung mit dem Aluminium-Rahmen und der beiden Glasscheiben. Die Glasoberfläche schließt auf der Vorder- und Rückseite randlos mit dem Alu-Rahmen ab, was uns besonders gut gefällt.

Das transparente Design der Rückseite mit über 900 weißen LEDs ist eine echte Besonderheit auf dem Smartphone-Markt. Nothing nennt die LED-Rückseite „Glyph Interface“, da die einzelnen Lichter miteinander verschaltet sind und sich so verschiedene Leuchtbilder darstellen lassen. Ein Beispiel: Wenn dein bester Freund anruft oder dir eine Nachricht schreibt, kannst du ihm ein bestimmtes Leuchtbild und einen Ton zuordnen. So weißt du immer sofort, wer dich gerade erreichen möchte

Während uns die verschiedenen Lichtbilder echt begeistert haben, konnten wir uns mit den Tönen des Smartphones nicht anfreunden. Das mechanische Piepen klingt für uns eher nach Lauten von R2D2 als nach einem Klingelton, der uns wirklich anspricht. Allerdings werden Handys heute so oder so meistens lautlos genutzt, deshalb haben die Smartphone-Töne für uns keine hohe Priorität. Der Hype um die Bild-Ton-Kombi erfüllt sich unserer Meinung nach nicht, aber die verschiedenen Lichtbilder funktionieren auch ohne die dazugehörigen Töne.

Mann hält Nothing Phone in der Hand

Der erste Eindruck und das Design des Nothing Phone (1) haben uns schon mal überzeugt, aber wie sieht es mit dem Display des Geräts aus? Der 120 Hz OLED Bildschirm zeigt alle Anwendungen sehr flüssig, kontrastreich und detailgetreu an. Wir haben uns im Test Videos angeguckt, sind durch alle möglichen Apps geswitcht und haben uns das Einstellungs-Menü genauer angesehen. Auf dem 6,55 Zoll Display mit Full-HD-Auflösung (1080 x 2400 Pixel; 469 ppi) machen sogar vermeintlich langweilige Alltagsaufgaben wie das Schreiben einer Einkaufsliste Spaß. Wir finden: Besonders für ein Smartphone aus der Mittelklasse überzeugt das Display des Nothing Phone auf ganzer Linie.

So gut ist der Bildschirm

Einstellungsmenü des Nothing Phone

Diese Technik steckt im Nothing Phone

Nachdem wir uns das Design und Display ganz genau angesehen haben, wird es Zeit, das Smartphone auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir werfen einen Blick auf die Technik im Inneren und checken die Performance des Handys.

Das Nothing Phone (1) läuft mit dem 2,5 GHz Qualcomm Snapdragon 778G+ Octa-Core-Prozessor, der für die Mittelklasse sehr leistungsstark ist und dem Smartphone genug Power mitgibt.

Das Betriebssystem heißt offiziell „Nothing OS“, basiert aber auf Android 12. Bis auf kleine Änderungen an der Benutzeroberfläche sehen wir keine Unterschiede. Wer also vorher bereits ein Android-Smartphone genutzt hat, muss sich auf dem Nothing Phone nicht umgewöhnen. Einen Haken hat das hauseigene Betriebssystem allerdings: ein Update auf Android 13 ist erst Anfang 2023 geplant. Insgesamt soll es drei große Android-Updates geben, dann ist Ende. Sicherheitsupdates werden laut Nothing für vier Jahre verfügbar sein.

Das Nothing Phone ist mit dem 5G-Mobilfunkstandard ausgestattet, bietet darüber hinaus WLAN, Bluetooth, NFC und einen Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Gerätes.

Das Modell, das wir getestet haben, hat 256 GB Speicherplatz sowie 8 GB Arbeitsspeicher (RAM). Es ist keine Speichererweiterung möglich, Nothing verzichtet allerdings auf „Bloatware“. Das sind Apps, die bereits bei der Ersteinrichtung auf dem Gerät vorhanden sind und nicht gelöscht werden können. So waren bei der erstmaligen Anwendung gerade einmal 7% des Speichers belegt – genug Platz also für alle eure Lieblings-Apps, Bilder, Videos und Games.

Natürlich haben wir auch die Akkuleistung des Nothing Phone für euch getestet. Wir haben das Handy eine Stunde lang im Dauerbetrieb geprüft – und dabei Videos angeschaut, Fotos gemacht und die Glyphen in der Einstellung mehrfach angepasst. Insgesamt hat das Smartphone nach dieser Stunde nur ca. 6% Akku verloren. Wenn ihr also mit dem Nothing Phone nicht dauerhaft Katzenvideos schaut, hält der 4.350 mAh Akku locker den ganzen Tag. Du kannst das Smartphone kabellos laden und es bietet auch eine Quick Charge-Funktion, die allerdings nicht ganz so schnell ist wie etwa bei Xiaomi oder OnePlus.

Der letzte offene Punkt auf unsere Test-Liste ist die Kamera. Mit einer Dual-Kamera, bestehend aus 50 MP Hauptkamera und 50 MP Ultraweitwinkel-Kamera, ist das Smartphone für ein Mittelklasse-Gerät gut ausgestattet. Die 16 MP Frontkamera vervollständigt das Kamera-Setup.

Wir haben Bilder im normalen Kameramodus aufgenommen (siehe Bild unten), den 2fach optischen Zoom genutzt und die 0,6-Weitwinkeleinstellung. Besonders die Bilder im Weitwinkel-Modus haben uns überzeugt, während der 2fache Zoom leider ein bisschen unscharf ist. Die maximale Video-Auflösung der Hauptkamera beträgt 3.840 x 2.160 px, das bedeutet eine 4K-Auflösung. Die Frontkamera schafft es immerhin auf 1.920 x 1.080 px. Mit diesen Werten kommt das Nothing Phone zwar nicht an aktuelle Flaggschiffe von Apple und Samsung heran, wenn du aber kein Influencer oder Video-Creator bist, sollte die Kamera locker ausreichen.

Was hat die Kamera drauf?

Mit dem Nothing Phone aufgenommenes Foto aus dem sparstrom Büro

Wo kann ich das Nothing Phone kaufen?

Das Unternehmen Nothing arbeitet vor allem mit der Telekom zusammen, deshalb bekommst du es in Deutschland in vielen Telekom-Stores. Darüber hinaus bieten diverse Online-Händler das neue Smartphone von Nothing an. Du kannst das Nothing Phone aber auch bei sparstrom zum Energietarif dazu buchen und bekommst es bequem nach Hause geliefert. Für welche Kauf-Option du dich auch entscheidest – wir können dir das neue Smartphone von Nothing auf jeden Fall empfehlen.

Unser Fazit zum Nothing Phone (1): Es wird dem Hype gerecht. Das Design sieht wirklich cool aus und das Smartphone ist auf jeden Fall ein Hingucker. Auch die Verarbeitung und die verbaute Technik konnten uns im Test überzeugen. Vor allem im Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet das Nothing Phone sehr gut ab. Mit einem UVP von 469 Euro liegt das Smartphone im mittleren Bereich, die Leistung, die ihr dafür bekommt, liegt aber deutlich darüber. Die einzigen Abstriche müssen wir im Hinblick auf die Verpackung und die Töne des Smartphones machen.

Das sparstrom Team gibt 4,5 von 5 Technik-Sternen!

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